Zurück zum Guide

XRechnung oder ZUGFeRD?

XRechnung und ZUGFeRD werden oft in einem Atemzug genannt, lösen im Alltag aber unterschiedliche Probleme. Für dein Team ist weniger die Abkürzung entscheidend als die Frage: Wie kommt die Rechnung an, wie wird sie gelesen und welcher Teil ist führend?

01

Beide Formate können zulässig sein

Das BMF nennt XRechnung und ZUGFeRD ausdrücklich als in Deutschland übliche Formate, die die umsatzsteuerlichen Anforderungen regelmäßig erfüllen können.

02

XRechnung ist stärker auf Maschine ausgerichtet

XRechnung ist ein rein strukturiertes XML-Format und oft ohne Viewer nicht angenehm lesbar.

03

Bei ZUGFeRD zählt trotzdem der strukturierte Teil

Auch wenn ZUGFeRD eine sichtbare PDF-Darstellung mitbringt, bleibt bei Abweichungen der strukturierte Datenteil maßgeblich.

Überblick

Wer neu in das Thema E-Rechnung einsteigt, fragt oft zuerst nach dem „richtigen“ Format. Praktisch ist aber wichtiger, welcher Geschäftsvorfall abgebildet werden soll und wie die Rechnung intern verarbeitet wird.

XRechnung und ZUGFeRD sind keine Konkurrenz in jedem Fall, sondern zwei unterschiedliche Wege, strukturierte Rechnungsdaten nutzbar zu machen.

Wo der Unterschied im Kern liegt

XRechnung ist ein rein strukturiertes Rechnungsformat. Es ist vor allem für die maschinelle Verarbeitung konzipiert und braucht häufig einen Viewer, damit Menschen die Daten bequem lesen können.

ZUGFeRD ist dagegen ein hybrides Format. Es verbindet eine menschenlesbare Darstellung mit einem strukturierten Teil. Genau das macht es für viele kleinere Teams im Alltag leichter zugänglich.

Was für XRechnung spricht

XRechnung ist im deutschen Umfeld sehr verbreitet und klar auf strukturierte Weiterverarbeitung angelegt. Gerade wenn Eingangs- oder Ausgangsprozesse stark standardisiert sind, kann das ein Vorteil sein.

Im Alltag ist aber mitzuplanen, wie Mitarbeitende die XML-Datei lesen. Die Finanzverwaltung stellt dafür inzwischen auch einen Viewer über ELSTER bereit.

Was bei ZUGFeRD wichtig ist

ZUGFeRD kann für Unternehmen praktisch sein, die neben der maschinellen Verarbeitbarkeit auch eine sofort sichtbare Darstellung schätzen. Das erleichtert häufig Sichtprüfung und Freigabe.

Gleichzeitig gilt seit der verpflichtenden E-Rechnung: Wenn Bildteil und strukturierter Teil voneinander abweichen, ist der strukturierte Teil maßgeblich. Die PDF-Ansicht ist also nicht mehr automatisch der führende Teil.

Was im Alltag wirklich wichtig ist

Die Formatfrage ist nur die halbe Entscheidung. Du solltest zusätzlich prüfen, wie Rechnungen eingehen, wer sie freigibt, ob ein Viewer gebraucht wird und wie der strukturierte Teil archiviert wird.

Sinnvoll ist außerdem eine Validierung schon bei Erstellung oder Eingang. Sie ist keine zwingende Voraussetzung für die steuerliche Anerkennung, hilft aber dabei, formale und logische Fehler früh zu erkennen.

Praxisregel: Nicht nur fragen, welches Format „richtig“ ist, sondern welches Format in deinem Prozess sichtbar, prüfbar und dauerhaft beherrschbar bleibt.

Häufige Fehler

  • ZUGFeRD nur wegen der PDF-Ansicht auszuwählen und den XML-Teil zu ignorieren,
  • XRechnungen zu empfangen, ohne intern eine Lesemöglichkeit vorzusehen,
  • anzunehmen, das sichtbare PDF-Bild sei bei hybriden Formaten automatisch führend,
  • die technische Validierung mit der steuerlichen Einordnung zu verwechseln,
  • Formatentscheidungen zu treffen, ohne Eingangs- und Freigabeprozesse mitzudenken.

Praktische Checkliste

  • Prüfen, ob dein Team eher maschinelle Weiterverarbeitung oder schnelle Sichtprüfung priorisiert.
  • Für XRechnung eine praktikable Lesemöglichkeit vorsehen.
  • Bei ZUGFeRD den strukturierten Teil genauso ernst nehmen wie die PDF-Ansicht.
  • Formatwahl, Freigabeprozess und Archivierung gemeinsam planen.

Häufige Fragen

Sind XRechnung und ZUGFeRD beide zulässig?

Ja, das BMF nennt beide Formate ausdrücklich als in Deutschland übliche E-Rechnungsformate, sofern die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt sind.

Was ist im Alltag meist leichter lesbar?

ZUGFeRD ist oft leichter direkt lesbar, weil zusätzlich eine menschenlesbare Darstellung vorhanden ist. XRechnung braucht dafür typischerweise einen Viewer.

Welcher Teil zählt bei Abweichungen?

Bei hybriden E-Rechnungen ist seit Einführung der verpflichtenden E-Rechnung der strukturierte Teil maßgeblich.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Einzelfallberatung.

Als Nächstes sinnvoll

Fristara ausprobieren?

Rechnungen und Anhänge so organisieren, dass strukturierte Daten nicht nur empfangen, sondern später auch verlässlich gefunden und eingeordnet werden.